Home

Danksagungen

Das Kondorforum

Publikationen

Seminare

Links

Simurghs Schwingen

Über Mich

Literaturhinweise

Der Flug des Kondors

Schamanentum

Henochiana

Angelologie

Remote Viewing

Drachenkunde

Der Andenkondor

Der Feuervogel

Runenkunde

Lounge

Allgemeines

Die Praxis

Die Sitzung

Weiteres

Huna

Sibirisches Schamanentum

Mythen

Tuva



Alexejev Gavriil. Insel Tojon-Aryy. 12. Januar 1925

     In unserem Nasleg litt der Schamane Pjotr mit dem Beinamen Taappyn-Uola im Alter von 25 Jahren, noch vor Erlangung der Schamanengabe, drei Jahre lang an Geistesstörung. Nach Anfällen von krampfhaftem Singen verfiel er immer wieder in Gefühllosigkeit und in den Zustand der Apathie gegenüber seiner ganzen Umgebung. Man mußte ihn sogar fesseln. Nach seinen Worten wurde er der Zerlegung unterworfen. Sein Hauptgeist ist ein verstorbener Nemügin´scher Schamane. Pjotr soll mit diesem in der weiblichen Linie verwandt sein. Seine Mutter oder Großmutter oder Urgroßmutter war aus dem Geschlecht dieses Schamanen. "Deshalb ergriff er mich auch", sagte Pjotr.

     Er wurde Schamane ohne Weihung durch einen anderen Schamanen. Es soll in unserem Lande keine solche Schamanen gegeben haben, die die Kraft gehabt hätten, ihn zu weihen. Seine Seele - ich gebe seine eigenen Worte wieder - zogen sie in der unteren Welt auf der zwölften Zweigetage der Schamanentanne auf. Er sagt ebenfalls, daß seine Tiermutter auf die mittlere Welt kam und seinen Körpe zerteilte.

     Von seitens des Vaters und Großvaters gab es in der Familie keinen Schamanen. Nur der Onkel in der mütterlichen Linie, der Geist des erwähnten Nemügin´schen Schamanen, bekundete Familiengefühl und "fiel" auf ihn. Besagter Pjotr erzählt, Wolf und Bär seien seine Schamanengeister.

     Der Sohn des Semen Töttö, ebenfalls ein Schamane, war drei Jahre in Geistesabwesenheit befangen. Sein Zustand wirkte die ganze Zeit über benommen und er litt viel. Ein Bertün´scher Schamane (lokale Benennung des zweiten Maldschegar´schen Nasleg), der Bruder des berühmten legendären Schamanen "Tscharaptschylaach", kam herbei und befiel ihn. Der Geist des lange verstorbenen Schamanen stieg auf ihn herab. Dieser Schamane war Töttö´s Oheim mütterlicherseits.

     Pavel, ebenfalls aus unserem Nasleg, wurde vor fünf oder sechs Jahren Schamane. Jetzt ist er ungefähr dreißig. Auf ihn stieg der starke Geist eines Bertün´schen Schamanen herab, da dieser unter seinen Blutsverwandten keinen Menschen fand, der fähig gewesen wäre, die Schamanengabe von ihm zu empfangen. Er kam gleichsam direkt ohne Verwandtschaftsbindung vom Himmel herab. Pavel wurde sogleich, im Verlauf von sieben Tagen, zum Schamanen, wo er auch, wie erzählt wird, die Zerschneidung durchmachte und zu Hause lag. Er hatte in der Zeit seiner Krankheit einen besonderen Mann zu seiner Pflege .-

     Iwan, der Sohn Grigoij´s, erkrankte mit 25 Jahren an Anfällen erregten Singens, gedrängt von verschiedenen Geistern. Das dauerte ungefähr zwei Jahre. Kam er zwischendurch zur Ruhe, so war er gegen seine ganze Umgebung teilnahmslos. Er sagt, der Geist des Onkels seiner Mutter stieg auf ihn herab und befiel ihn, der Geist eines verstorbenen Schamanen aus dem Charyjalaach´schen Nasleg (Name des dritten Maldschegar´schen Nasleg). - Nach seinen Erzählungen "sind die bösen Geister unsichtbar, nur schlechten Geruch geben sie von sich. Läßt man sie in sich ein, kommen sie ins Innere des Menschen und blähen seinen Leib auf."

Copyright, Impressum und Kontakt