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Nikolaj Grigorievitsch Jefremov, Dschobulga, 17. Januar 1925

    Im grauen Altertum lebte ein Fürst mit Namen Tschömtschöj. Sein Sohn hieß Üölän-Kunnjaa. Dieser letztere war Schamane.

    Einst im Sommer, während des Ysyach-Festes, reichte man dem Schamanen Üölän-Kunnjaas den ersten Ehrenbecher mit Kumys. Vorher waren nur die Götter und Geister bewirtet worden. In diesem Augenblick, als er den Kumys trank, ließ die böse Geisterjungfrau Yrya-Dujaak, die Sängerin Dujaak, die oben in purpurnen Wolken wohnt, eine Fangleine herab. (Der Erzähler erklärt: In alter Zeit nannten die Leute den Atem der Geister deren "Fangleine". Yrya-Dujaak ist eine von den neun himmlischen Schamanenmädchen, deren Geister den Wahnsinn über die Menschen bringen und die fordern, man solle ihnen Pferde von verschiedener Farbe weihen.)

    Sofort sprang der Schamane Üölän-Kunnjaas auf seinen grauen Hengst mit der Flügelzeichnung und jagte davon. Er nahm von seinem Hengste den bunten Haarzügel und erhängte sich an einer niedergebogenen Birke. Die Leute fanden seinen Leichnam und bestatteten ihn.

    Yrya-Dujaak führte den Geist dieses Schamanen nach oben und machte ihn zu ihrem Manne. Seit dieser Zeit bis zum heutigen Tag fordert der Geist dieses Schamanen von den Menschen die Weihung von grauen Hengsten mit Flügelzeichnungen an den Schultern. Wenn sich kein Hengst mit dieser Kennzeichnung findet, so kann man ihm auch eine Stute von gleicher Farbe "mit Flügeln" und mit besonderer Zeichnung am Hüftfell weihen.

    Von allen oberen Geistern, die die Weihung von Pferden fordern, wird Üölän-Kunjaas als der älteste, strengste und schrecklichste angesehen. An ihn wendet man sich bei Erkrankungen des Kopfes und des Hirnes, zuweilen auch bei Hals- und Rückenleiden.

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