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Spiridon Samsonov, Marchin´scher Ulus, 6. März 1925

    Wenn jemand Schamane werden soll, so muß er sich der Zerschneidung unterwerfen. Er weiß vorher, wann dies geschehen muß, und legt sich auf frisch-geschälte Birkenrinde oder auf die Rinde eines anderen Baumes.

    Bei der Zerstückelung stirbt der Körper des Schamanen für einen Tag und ersteht wieder auf.

    Zuerst sollen sie einen Kopf abschneiden und ihn in den Zwischenraum zwischen Decke und dem Hauptbalken der Jurte legen. Dann zerhauen sie den ganzen Körper in kleine Stückchen und verteilen diese unter alle bösen Geister. Wenn bei der Teilung irgendwelche bösen Geister keinen Anteil erhalten, dann werden die Beschwörungen des Schamanen gegen diese übergangenen Geister kraftlos sein, wenn diese den Leuten Krankheiten verursachen. Er kann nur solche Krankheiten heilen, die von Geistern stammen, welche Teile seines Körpers gegessen haben.

    Wenn sie seinen Körper auseinandergenommen haben, legen sie die Knochen einen zum anderen aufs neue zusammen, fügen neues Fleisch zu ihnen und beleben den Schamanen wieder. Die Leute und das Vieh, von denen die Geister Fleisch für die Bildung des neuen Schamanenkörpers nahmen, müssen sterben.

    Man sagt, daß das Lager und die Bettdecke des Schamanen mit dickem Blut bedeckt sind. Die ganze Kleidung, die der Schamane während der Zerschneidung trug, muß er selbst verbrennen.

    Beim Werden eines großen Schamanen muß seine ganze Sippe aussterben; denn das Leben des Schamanen wird von seinen Verwandten losgekauft. Außerdem dienen die Körper seiner Verwandten zur Bildung eines neuen Schamanenleibes. Weiter erzählt man, daß die Geister aus den Leichen der Menschen im "Fluß des Todes und Verderbens" ein Wehr bauen. Sie legen dieses quer durch den Fluß und verwenden die Leichen als Pfähle.

    Bedeutende Schamanen müssen die Zerlegung dreimal durchmachen, kleine nur einmal. Derjenige Schamane, der dreimal zerschnitten wird, geht beim letzten Mal in den Wald und unterwirft sich dort diesen Leiden. Er sagt dann zu seinen Angehörigen: "Baut mir eine Hütte im Wald und bringt mich dort hin". So war es nötig für die Erfüllung des ihm bestimmten Rituals.

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