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albys uktug khamnar - die Schamanen, die von einer Hexe abstammen

    albys bedeutet nicht nur Hexen, sondern auch Nixen und überhaupt Geister. Die Geister der Hexen stammen (angeblich) von einem nichtmenschlichen Klan und/oder dem Klan der albys ab. Diese Sorte Geister lebt an sandigen Plätzen und kann daran erkannt werden, daß sie von vorne vollkommen normal aussehen, von hinten aber nur ihre Eingeweide gesehen werden, oder ausgehöhlt sind. Merkmale sind weiter: Hasenscharten, eingekerbte Unterlippen. Von einem albys wird erzählt, sie habe keine Nase. albys nehmen je nach Bedarf das männliche oder das weibliche Geschlecht an. G.K. Potanin schreibt, die Hexenschamanen seien als die höchsten Schamanen angesehen. M.K. Lopsan widerspricht, in dem er auf Legenden verweist, die sagen, der Hexenschamane sei "ohne Herkunft". Die Hexenschamanen werden dennoch hoch angesehen. Sie heilen Schlaflosigkeit, den Wahnsinn und Geisteskrankheit. Die albys-Schamanen heilen, wenn es hell ist. Ihre starken Jahreszeiten sind Frühling und Herbst.

Gespräch mit Bair Alexej, Kyzyl, aufgenommen am 29. November 1977:

Im Frühling, als der Schnee schmolz und das Gras wieder grünte, legte sich ein einsamer Mann an einem abgelegenen Ort zur Ruhe nieder. Als er eingeschlafen war, erschien ihm eine Hexe, bemächtigte sich seiner Seele (ku'du) und entführte sie. Ein Mensch, der Opfer eines 'albys' wird, erkrankt sofort. Manchmal verliert er das Bewußtsein, wird nervenkrank oder gar verrückt. Nur ein großer Schamane, d.h. ein Himmelsschamane oder ein erblicher Schamane, kann seine Seele unter Umständen zurückerobern und sein Leben retten. Nach solchen Kämpfen können die Geheilten selbst Schamanen werden. Die Schamanen nennen diese Schamanen 'uk chok khamnar', also 'Schamanen ohne Herkunft'. Die großen Schamanen helfen ihnen, fachgerecht zu verfahren.

Gespräch mit Kherteg Irgek, Winterweide Ak-Erik, Mongun-Taiga-Gebiet, aufgenommen am 21. August 1985:

Manche Schamanen stammen von albys-Hexen ab. Diese Schamanen sind sehr gescheit und äußerst freundlich. Mein Vater hat einmal einen solchen Schamanen gesehen. Es war Duguraan. Der Schamane war ein körperlich starker Mann und lebte im oberen Khemchik-Gebiet, weitab von Steppe und Tälern. Er suchte die verschiedensten Orte auf und hatte die Kraft, jede Geisteskrankheit zu heilen. Dem Brauch gemäß sprach einmal ein Reiter eine Einladung aus und holte ihn mit einem zweiten gesattelten Pferd ab. Der Legende nach soll der Schamane mit den Worten "Kehre heim, ich folge dir bald!" dem Reiter seine Dinge für die Zeremonie übergeben haben: Hut, Gewand, Trommelschlegel und Schamanentrommel. Er selbst blieb währenddessen in seiner alten Jurte. Der Reiter begab sich auf schnellstem Wege zur Jurte des Kranken. Dort saß bereits der Schamane Duguraan und trank Tee. Obwohl es von der Jurte des Schamanen zu der des Kranken nur einen Weg gab, hatte der albys-Schamane auf geheimnisvolle Weise einen schnelleren gefunden. Und das gelang ihm auch in allen anderen Fällen.

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