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yzyguur salgaan khamnar - die erblichen Schamanen

    Die meisten tuvinischen Schamanen sind dieser Gruppe zuzuordnen. Diese Schamanen haben in ihrer Ahnenreihe (der tuvinischen Tradition nach) mindestens neun Schamanen oder Schamaninnen. Dieser Umstand wird auch tos ada - neun Väter - genannt (Schlaglicht: In der germanischen Mythologie besitzt Heimdall neun Mütter). Die erste Schamanenmutter der tuvinischen Schamanen sei eine Frau gewesen, die den Folgen einer Pfeilwunde erlag. Ihr Sohn habe das Pfeilzeichen auf der Stirne gehabt und sei der erste Schamane gewesen (so jedenfalls G.N. Potanin). Die erblichen Schamanen besitzen als Symbol die schamanische Lärche - kham dyt. Diese Schamanen vollziehen im Frühling, wenn zum erstenmal der Kuckuck ruft, ein Ritual, das dieser schamanischen Lärche gewidmet ist. kham dyt symbolisiert die Wurzeln des Lebens und ist das Klansymbol dieser Schamanen. Stirbt einer dieser Schamanen, so führt sein Nachfolger dieses Ritual aus und stellt so eine Verbindung zu seinem Vorgänger her. Als Beispiel für einen erblichen Schamanen der Neuzeit möchte ich Sariglar Borbak-Ool anführen. Was er über sich erzählte:

In Plankenstein, 1996 und in Proitze, 2000:

Khemtchik - in diesem Bezirk, da bin ich geboren im Jahr der Schlange. Da ist ein großer Fluß, 1929. Als ich zum ersten Mal in euer wunderbares Land gekommen bin, ist mir eine Schlange begegnet und das ist für mich ein wunderbares Vorzeichen. Ein Schamane wird man nicht, als Schamane wird man geboren, auch aus einer Schamanen-Ahnenreihe heraus. Ich bin ein Schamane der siebten Generation. In mir vereinigen sich die Eigenschaften der Schamanen von sechs Generationen. Und es gab ganz verschiedene Schamanen: es gab Teufelsschamanen, Schamanen mit dem Geist der Wälder, mit dem Geist der Flüsse. Das ist in mir vereinigt. Auch Schamanen kosmischer Gabe und mein schamanisches Talent dazu um den Leuten Gutes zu geben. Meine Eltern erzählen, im Dorf auf dem Acker entstand ein Wirbelsturm. Ich hätte gesehen, daß auf dem Wirbel ein Mann mit einer Peitsche saß. Als Kind rannte ich dem Wind nach und verlor das Bewußtsein. Dabei verletzte ich mich an den Knien. Ich wurde krank. Ein alter, starker Schamane kam und der sagte über mich, daß ich später ein Schamane werde (von meiner Großmutter) und soll auch ihren Spiegel nehmen.

Gespräch mit Kenesh Mongush Khorluuevich, Dorf Khondergej, Dzun-Khemchik-Gebiet,
aufgenommen am 11. April 1979 in Kyzyl: Das algysh des Schamanen Kara-Sal Izher für seine Ahnen

Mein Vater, der in Wahrheit Bullenschamane hieß,
hatte den Spitznamen 'Der Liebe Grobian Sonam'.
Ja, überall vollzog mein Vater seine wunderbaren Rituale
und flog über die Gipfel des Kyzyl-Taiga-Berges.

Er vollzog das Ritual im Walde
und bebte am ganzen Körper, als er erregt sein algysh sang.
Ja, mein daay irem war berühmt für seine Schöpfungswurzel.
Es ist Zeit, nach Hause zu gehen. Laß und zurückkehren, chany Oglu.

Meine Großmutter war die größte meiner sieben Ahnen,
sieben deerbek hat sie abgetragen.
Meine Schamanengroßmutter hieß Kazyrykpaj,
und ihr algysh erreicht das edle ak.

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