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Geisterehe und Sex mit dem Krafttier

    Provokant in der Überschrift hat dieser Abschnitt auf meiner Website und meiner PDF bei den Lesern durchaus zwiespältige Reaktionen in den letzten Jahren hervorgerufen. Dabei konnte ich einerseits ablesen, daß es - sobald es um solche Dinge wie Sexualität geht - nach wie vor merkwürdige Ansichten darüber gibt, wie das mit einem Krafttier funktionieren soll und andererseits, wie die jeweils persönlichen versteckten Wünsche und Ängste auf den Inhalt des Textes projiziert wurden. Es gibt natürlich auch sehr positives Feedback, welches mir zeigt, daß ich mit dieser Thematik mal wieder eine Lücke geschlossen habe, die der sonst scheinbar eher biederen schamanischen Szene wohl hätte lieber nicht deutlich gemacht werden sollen. Manchmal denke ich, wenn ich die Reaktionen Revue passieren lasse, daß manche der eher aggressiv ablehnenden und unverständigen Menschen, die oft genug von sich selbst behaupten, entweder "Schamanen" zu sein, oder zumindestens von sich behaupten, mit ihren Geistern in engem Kontakt zu stehen, eher eine starke Abneigung gegen alles entwickeln, was nicht in ihr persönliches Raster des Verhaltens hineinpaßt. Da Sexualität nun einmal ein emotional stark aufgeladenes Thema ist, bringen sie auch genau diese Abneigung zum Ausdruck.

    "Sich einen aufs Krafttier runterzuholen" gehört bei diesen Menschen eben nicht zur guten Kinderstube. Wobei der Witz daran ist, daß diese Verbindung mit dem Wesen, welches ich in diesem Buch und der schamanischen Praxis als "Krafttier" bezeichne, weitaus mehr bedeutet, als eben die etwas provokante, in Anführungszeichen gesetzte, Praxis der profanen Selbstbefriedigung. Gerade Schamanen fallen dabei häufig aus dem Rahmen der normalen Sexualität. Natürlich nicht immer und zwangsläufig, aber die erhöhte Wahrscheinlichkeit ist nicht von der Hand zu weisen. Die stärksten Schamanen waren meist homosexuell, Transvestiten oder hatten eine sexuelle Verbindung mit dem einen oder anderen Geist. Die Eheschließung mit einem Verbündeten ist bis heute in einigen sibirischen Stämmen bei Schamanen noch oder wieder anerkannt. Dabei ist deutlich zu sehen, daß der Schamane ein Grenzgänger ist.

    Sex kann eine sehr schöne Erfahrung sein, und gehört ebenso wie Essen und Trinken zu den natürlichsten Körperfunktionen. Es ist für den Tiergeist ein besonderes Geschenk, energetischen Austausch auf sexualmagischer Basis mit dem Schamanen zu vollziehen. Die sexuelle Vereinigung mit dem Krafttier kann zu höchster Ekstase führen. Das Herangehen an dieses Thema sollte allerdings von alleine kommen und nicht aufgedrängt werden. Oft wissen ihr eigener Körper und ihr Krafttier viel besser darüber Bescheid, was gut für Sie ist. Bemerkenswert ist, daß in tiefer Tiertrance sexuelle Erregung auftreten kann, wie es immer wieder in den alten Darstellungen von Menschen in Tiertrance deutlich erkennbar ist. Dies bedeutet in der Praxis auf keinen Fall, daß Sie zum perversen Tierschänder entarten - das wäre weder in ihrem, noch im Sinn ihres Krafttieres. Sie würden den Kopf darüber schütteln, welche bizarren Vorstellungen da schon geäußert wurden, wie so etwas in der eigentlichen Praxis aussehen soll. Da lese ich doch tatsächlich gelegentlich, daß gedacht wird, man müßte dazu mit Tieren ins Bett springen, also Sodomie betreiben. Wer sowas denkt, sollte wirklich die Trommel jemandem übergeben, der besser mit ihr umgehen kann.

    In Indien wird die Praxis, mit Geistern in sexuellen Kontakt zu treten, Prayoga genannt. Prayoga ist auch dort, aus ähnlichen Resentiments heraus, nicht besonders angesehen. Da flüchtet man sich lieber ins Bhaktiyoga, in die totale Hingabe zu einer Gottheit, die letztlich auch alle gesellschaftlichen Spielregeln einhält, die man so im Laufe des Lebens aufgeprägt bekommen hat.

    Die eigentliche Praxis der sexuellen Vereinigung mit einem Geistwesen führte in der christlichen absoluten Sexualitätsfeindlichkeit schnell zur Verteufelung. Die nichtchristlichen Geister und Praktiken wurden sowieso sämtlichst dämonisiert, so ist es wenig überraschend, daß diese Praxis in Verruf geraten ist. Es ist heute schwierig zu sagen, ob die dämonischen Succubi und Incubi nun Projektionen der Inquisition und von verklemmten Kirchendenker waren, oder ob eine tatsächliche Praxis damit angesprochen wurde.

    Dessenungeachtet ist die sexuelle Interaktion mit einem energetischen Wesen etwas anders als mit einem körperlichen. Die Sexualalchemie, die dabei stattfindet, ist schwer beschreibbar. Auch die andere Form der Ekstase, die dabei stattfindet, denn es ist eine andere Form der Erregung, die nur äußerlich einer normalen sexuellen Erregung gleicht. Die Verschmelzung kann so stark und so lange andauern, daß ich es für notwendig erachte, sich auch mit Techniken der Erdung und des Tao Yogas zu beschäftigen, also sich mit der Kundalini-Energie praktisch zu beschäftigen, wenn das auch nicht gleich zu Beginn dieser Praxis notwendig wird, sondern erst im Verlauf der Jahre an Bedeutung gewinnt.

    Neben einer sehr tiefen Bindung, die mit dem Verbündeten eingegangen wird, findet selbstverständlich ein intensiver energetischer Austausch statt. Beide energetischen Systeme - also das von Ihnen und das vom Krafttier - verschmelzen miteinander, anders als beim Tiertanz, auf eine unmittelbare ekstatische Art und Weise. Folge davon ist, wenn Sie Solo sein sollten, ein ausgeglicheneres Leben und ein verminderter Drang, sich selbst zu verstricken. Magisch und schamanisch gesehen ist diese energetische Verschmelzung ein vermehrter und stärkerer Schutz, der auch später, nach einer solchen Vereinigung, noch intensiver ist, als wenn diese Praxis nicht ausgeübt wird. Außerdem erhöht sich ihre Vitalkraft und damit auch die Kreativität. Mehr Lebenslust, Freude und ein intensiveres Umsetzen der eigenen Visionen sind weitere Auswirkungen dieser Praxis. Deutlich möchte ich da hervorheben, daß man diese Wirkungen auch auf anderem Wege erreichen kann und sicher nicht nur durch diese Form der Sexualalchemie. Aber wenn sich diese Gelegenheit bietet, ist es ein gleichwertiger Weg wie jeder andere auch, der zu diesen Ergebnissen führt.

    Sicher werden Sie wissen wollen, wie genau ich das bewerkstellige, welche Wege dazu gegangen werden, wie das mit dem Geist nun genau funktioniert. Jemand mit magischer Erfahrung, sexualmagischer Praxis oder mit sehr viel Erfahrung im sexualtantrischen Bereich wird sich schnell und leicht erschließen können, wie diese Praxis des Prayoga auszuführen ist - wenn das persönliche Verlangen danach vorhanden ist. Ansonsten ist es in der Tat eher eine Frage des Kontaktes mit dem Krafttier, ob es sinnvoll oder erstrebenswert ist, sich zu vereinigen, denn der energetische Partner hat da ein gewichtiges Wort mitzureden. Der letztliche Entschluß zur Umsetzung der Absicht kann nur von beiden Partnern, beiden Energiesystemen, gefällt werden.


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