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Fiesta Yawar

    In abgelegenen Dörfern der Regionen um Cuzco und Apurimac wird jährlich das "Yawar" Fest - "Das Blutfest" oder auch "Toro Pucllay" gefeiert, für das ein lebendiger Kondor gefangen werden muß. Im Jahre 1560, am 15. Juli - dem Fiesta del Patrón Santiago - wurde erstmals dieses Fest in Qosqo gefeiert. Dieser Brauch breitete sich schnell nach Norden hin aus, und erfreute sich großer Beliebtheit. Ein Aquarell des Bischofs Martínez de Compañón aus dem 18. Jahrhundert belegt die Ausbreitung nach Norden. Im 19. Jahrhundert gibt es verschiedene Maler, die die Beliebtheit dieser neuen Art des Stierkampfes belegen, vor allem die Bilder von Pancho Fierro.

    Es gibt zwei Methoden, einen Kondor zu fangen. Für die erste benötigt man ein totes Muli oder Pferd. Dieses wird gut sichtbar an einem Ort deponiert, an dem bekanntermaßen Kondore auftreten. Nach einiger Zeit tauchen einige Kondore auf und verschlingen die Überreste des Pferdes. Der Kondor frißt viel zu viel und kann nicht mehr davonfliegen. Mit Ponchos geschützte Indigenos fangen den satten Vogel dann ein. Ein anderer Weg ist, ein großes Loch auszuheben und mit Stöcken abzudecken. Reste eines toten Tieres werden darüber deponiert. Sobald ein Kondor auftaucht und sich über das Aas hermacht, greift ein Freiwilliger aus dem Loch und fesselt die Füße des Kondors.

     Der Kondor wird in das Dorf getrieben und verschiedene Zeremonien zu seinem Ehren Bild aus dem WWWwerden abgehalten. Rum und Wein werden ihm dargeboten und nach einiger Zeit ist der Kondor sturzbetrunken. Am Hauptfeiertag wird ein runder Kampfring auf dem Hauptplatz des Dorfes provisorisch aufgebaut. Das gesamte Dorf nimmt an diesem Ereignis teil. Für den Kampf wird der Kondor mit seinen Füßen auf dem Rücken eines Bullen gefesselt. Die beiden Tiere werden dann in den Kampfring gelassen. Der Kondor versucht sich zu befreien und hackt mit seinem Schnabel in den Rücken des Bullen. Der Bulle andererseits versucht sich von dem Kondor zu befreien. Natürlich fließt dabei viel Blut aus den Wunden des Bullen. Nach 15 Minuten wird der Kampf abgebrochen, denn es ist nicht erlaubt, daß der Bulle stirbt.

    Auf diese Weise, so heißt es, wird der Hunger des Kondors befriedigt, der die Verbindung zwischen Himmel und Erde verkörpert. Am nachsten Tag wird der Kondor feierlich in die Freiheit entlassen. Das Yawar Fest wird nicht nur zu Ehren Apu Kunturs abgehalten, sondern ist auch eine Art symbolische Rache an den brutalen Conquistadores und Spaniern, die den Bullen aus Spanien in Lateinamerika einführten.

    In der Literatur und im Film wurde das Yawar Fiesta ebenso verarbeitet. José Maria Arguedas schrieb den Roman "Yawar Fiesta" und der Film von Gianfranco Norelli: "Yawar Fiesta of Apu Condor" berichtet detailiert darüber und gibt einen guten Einblick in die zersplitterte peruanische Kultur.

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