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Der Feuerlauf - vier Wege, über Kohlen zu gehen

Feuergeister zur Sommersonnwend 96

Das Feuer ist beim Feuerlaufen ein sehr starker, aber auch gefährlicher Verbündeter. Dieser Schnappschuß zeigt sowohl den Feuergeist als auch einen Vogelgeist. Brennt der Scheiterhaufen erst einmal, kann man ihm sich oft nur bis auf sechs Meter nähern, so stark ist die Hitze.

    Seit 1997 führe ich keine Feuerläufe mehr aus. Als Gründe führe ich, neben der fehlenden Möglichkeit dazu, die steigende Sensationslust vieler Menschen an, die bei einem Feuerlauf dabei sein möchten. Hauptsächlich jedoch ist mir der Organisationsaufwand einfach zu hoch. Ich lehne Anfragen daher grundsätzlich ab. Als ich aktiv Feuerläufe machte und teils auch selbst leitete, entstand dieser Text. Ich belasse ihn als eine Art historischen Ausflug. Im Laufe der Jahre erhielt ich immer wieder Anfragen von diversen Veranstaltern, die glaubten, ich würde einen Feuerlauf sozusagen als Attraktion auf einem Event durchführen. Dabei frage ich mich, ob es denn unbedingt sein muß, alles nur erdenkliche kommerziell auszuschlachten, was es so auf dem spirituellen Sektor gibt. Ich bin dem Element Feuer äußerst nahe und betrachte den Akt eines Laufes über das Feuer als eine meiner heiligsten Handlungen. Der Feuerlauf wurde innerhalb der hawaiianischen Spiritualität praktiziert, indem die "Bewahrer des Geheimnisses" über heiße, pyroklastische Ströme liefen. Natürlich nicht über schnell fließende, flüssige Magma, sondern über bereits erstarrende Ströme, die auch das Gewicht eines Menschen tragen können.

    Dem Geist des Feuers kann man am besten in einem Feuerlauf begegnen. Der Weg über die Kohlen ist urtümlich und sehr stark. Dieser Weg initiiert den Läufer in sich selbst und kann starke strukturelle Veränderungen hervorrufen. Das Feuer ist Freund und Verbündeter des Feuerläufers, es reinigt und löst auf. Wenn Sie einmal vor glühenden Kohlen gestanden sind, verstehen Sie, was es heißt, sich selbst über Entscheidungen Klarheit zu verschaffen. Klarheit des Weges ist essentiell bei sämtlichen Techniken des Feuerlaufens. Ohne Klarheit ist jeder Schritt auf Kohlen gefährlich. Diese Klarheit kann aus dem Feuerlauf in den Alltag übertragen werden. Sie können nicht nur "ein bißchen feuerlaufen": entweder laufen Sie, oder nicht. Die Vorbereitung und die Nachbereitung eines Feuerlaufes ist natürlich ebenso wichtig für den Erfolg. Dabei ist meiner Erfahrung nach übertriebene Sakralisierung genauso Schwachsinn wie nebensächliches Abtun. Feuerläufe sind keine "mal eben so" Ereignisse, verdienen es aber auch nicht in starre Dogmen hineingequetscht zu werden, denn jeder Feuerlauf ist einmalig.

    Wichtig dabei ist natürlich auch die Motivation des Feuerlaufens. Im ersten Weg kann es eine Probe sein, ob der Glaube an die Gottheit stark genug ist, im zweiten Weg die Probe der Willenskraft, im dritten Weg wird die magische Disziplin oder die Imaginationsfähigkeit geprüft, und im vierten kann man testen ob man das Prinzip "Nicht verhaftetsein - Nicht Desinteresse" verinnerlicht hat und mit sich selbst im Reinen ist.

      Beim Feuerlauf kann man sich durchaus heftigste Verbrennungen zuziehen - entgegen der Behauptungen der Physiker. Dies darf nicht vergessen werden. Die reinigende Kraft des Feuers kann sich aber auch milder durch Mikroverbrennungen an den Sohlen äußern (Stichwort: Fußreflexzonen).

Die Ergebenheit

    Der Feuerläufer gibt sich ganz in die Hände seiner Gottheit oder seines Schutzengels, in die Krallen seines Krafttieres. Ist sein Glaube an die Gottheit groß genug, so läuft er unbeschadet über die glühenden Kohlen. An die Stelle einer Gottheit kann ebensogut beispielsweise die Wissenschaft treten (eine interessante Wesenheit). Gerade Physiker neigen dazu, wenn sie versuchen, das Phänomen des Feuerlaufes mit wissenschaftlichen Erklärungsmodellen zu verstehen.

Die Motivation an sich

    Dabei versucht der Feuerläufer, sein gesamtes emotionelles Potential darauf zu konzentrieren, die andere Seite unbeschadet zu erreichen. Dabei vergißt er völlig die Tatsache, daß er über glühende Kohlen läuft. Ganz von seinem Verlangen erfüllt, läuft er auf einen Punkt auf der anderen Seite zu, den er ständig fixiert.

Imagination

    Leute, die ihre Gedanken völlig auf eine bestimmte Vorstellung lenken, verspüren keinen Schmerz, wenn sie es nicht bemerken, daß er ihnen zugefügt wird. Natürlich kann sich der Feuerläufer auf etwas völlig anderes konzentrieren und loslaufen. Dabei übersieht er vollkommen, das er über die Kohlen läuft - das geschieht praktisch nebenbei. Beispielsweise kann man sich vorstellen, über feuchtes Moos zu laufen, während man über glühende Kohlen geht.

Präsent sein

    Das genaue Gegenteil vom dritten und zweiten Weg ist der vierte Weg. Dabei ist der Feuerläufer sich absolut bewußt, über das Feuer zu schreiten - es stört ihn aber nicht. Er sucht sogar den Weg über die Kohlen. Im Moment des Laufens ist er absolut ausgeglichen und kann richtig die Kohlen spüren, die unter seinen Fußsohlen glühen.

Das feuer ist beinahe heruntergebrannt.

Ausgezogen ergab dieser Haufen Glut etwa acht Meter glühendheiße Kohlen. Durchschnittlich erreicht das Kohlenbett eine Temperatur zwischen 650 und 900 Grad Celsius.



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