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Der schamanische Werkzeugkasten

    Schamanen haben immer auch eine mehr oder weniger umfangreiche Sammlung schamanischer Werkzeuge, mit denen sie ihre Sitzungen durchführen, oder mit den Geistern umgehen. Bekanntlich ißt das Auge mit, und eine schamanische Sitzung darf durchaus theatralische Elemente beinhalten, allerdings sollte eine Sitzung kein Theater werden. Der Placebo-Effekt geht nicht zuletzt auf eine intelligente Nutzung von Beiwerk zurück, wie auch in der klinischen Medizin beobachtet wurde. Der Arztkittel und das Stethoskop als solches wirken bereits auf eine gewisse Weise auf den Patienten und vermitteln, daß der Träger dieser Insignien jemand ist, der etwas von Medizin versteht und eine Autoritätsperson ist. Auch wenn das gar nicht der Fall sein sollte. Allerdings sind schamanische Werkzeuge nur an zweiter Stelle für genau diesen Effekt fördernd. Hier in diesen Breitengraden ist das nicht zuletzt deshalb so, weil noch kein einheitliches Bild über die Äußerlichkeiten eines Schamanen existiert.

    In vielen Wohnungen bietet sich ein faszinierendes Bild. Auf Regalen liegen Kristalle, Halbedelsteine oder Tarotkarten. In einer Ecke leuchtet still und angenehm ein Salzkristall, eine Amethyst-Druse bestrahlt den Raum und diverse Traumfänger, Federn, Felle und andere Paraphernalien (Trommeln, Rasseln und vieles mehr) liegen oder stehen taktisch gut verteilt im Raum. Die Esoterikwelle hat mit sich gebracht, daß viele Menschen sich teilweise unnützen Tinnef besorgen und bei sich zu Hause stapeln, gerne auch in mehrfacher Ausführung. Begründungen gibt es deren viele, darunter eine gewisse Sammlerleidenschaft, eine Unzufriedenheit mit sich selbst und/oder der Umwelt und allzu oft aus Kompensationszwecken. Dabei wird das Eine oder Andere besorgt, das dann hilft oder auch nicht. Diese Überfrachtung mit Objekten in den Wohnungen habe ich mehrfach beobachtet. Die Anhäufung von schamanischen Kraftgegenständen manifestiert sich für jeden gut sichtbar, wenn es dann zu Treffen, Trommelkreisen oder Meditationskreisen kommt, in denen man sich der Öffentlichkeit mit einem Arsenal von allerlei Kraftobjekten stellt. Wobei ich mich frage, ob diesen Menschen eigentlich der unverhältnismäßige Aufwand bewußt ist, den sie betreiben müssen, um ihre Präsentationsmagie vor sich aufzubauen. Ein unnötiger Mehraufwand, weil es oft genug sehr viel weniger Klimbim braucht, um exakt genauso effizient zu arbeiten. Die Bezeichnung "Christbaumsyndrom" rührt daher, daß einem der Vergleich mit einem dicht behängten Christbaum in den Sinn kommt, wenn so jemand an ihnen vorbeiläuft.

    Je länger sie schamanisieren, desto größer ist die Chance, daß sie damit beginnen, sich nach den Anweisungen der Geister diverse Utensilien zu besorgen oder anzufertigen. Die schamanische Trommel oder die Rassel werden sie vielleicht als erstes bekommen, besorgen, oder anfertigen. Es folgen weitere, spezialisierte Gegenstände. In den traditionellen schamanischen Kulturen sind alle Dinge, die der Schamane für seine Arbeit benutzt, heilig und somit magisch oder schamanisch geweiht.

    An anderer Stelle gehe ich auf die schamanische Tracht und insbesondere den schamanischen Kopfschmuck ein, der ein hochspezialisiertes Werkzeug darstellt. Diese Gegenstände machen das schamanische Leben einfacher, als wenn sie alles ihrer Imaginationsfähigkeit anvertrauen müssen. Es macht zwar mehr Sinn, sich selbst zu entwickeln und möglichst mit leeren Händen zu arbeiten, aber das beste Symbol für ein Schwert ist nun einmal ein Schwert. Es gilt also einen goldenen Mittelweg zu finden zwischen gar keinen Werkzeugen und dem Christbaumsyndrom. Magische Gegenstände machen Ihnen zwar das Leben leichter, aber nur noch mit Gegenständen zu arbeiten, läßt die eigenen Fähigkeiten verkümmern und schickt Sie in eine schleichende Abhängigkeit. In schamanischen Trommelkreisen ist bisweilen eine wahre Trommelbesessenheit zu beobachten: Ohne Trommel geht dort oft gar nichts mehr. Genau betrachtet ist das bereits eine Abhängigkeit von der Trommel, die eigentlich nicht notwendig wäre.

    Im Folgenden möchte ich Ihnen einige Tips und Verhaltensregeln mitgeben, mit Ihrer Ausrüstung angemessen umzugehen, die aus eigener Erfahrung und aus der Beobachtung meiner Umgebung erwuchsen.

    Eines der wichtigsten Merkmale eines wirklich aufgeladenen Gegenstandes kann ich mit einem schönen Beispiel erklären. Im Laufe der Zeit begegnen einem die merkwürdigsten Menschen. Vor vielen Jahren traf ich eine Engländerin aus Wales. Vieles hatte sie nicht dabei, nur einen alten Holzstab, etwa eine Elle lang und ziemlich dunkel gefärbt. Im Laufe von drei Tagen haben wir uns öfters unterhalten und Erfahrungen ausgetauscht. Der Stab zog mich irgendwie an, und ich konnte kaum der Versuchung widerstehen, ihn anzufassen. Ich fragte sie nach zwei Tagen höflich, ob es mir denn erlaubt sei, ihren Stab, den sie immer bei sich hatte, einmal zu berühren. Sie gestattete es mir mit den Worten (übersetzt und sinngemäß): "Gewiß, kein Problem. Der Stab hat nichts dagegen." Ich nahm den Stab also in die Hand, und ein energetischer Schauer durchfuhr mich, nebst einigen Emotionen, die ich damals nicht kannte. Ich dankte ihr, und gab ihr den Stab zurück. Im Nachhinein, viele Jahre später, begriff ich, was geschehen war. Ein magischer Gegenstand wirkte auf seine typische Weise und ich reagierte auf die Vitalkraft.

    Von magisch aufgeladenen Gegenständen geht eine starke Anziehungskraft aus, die sich so auswirkt, daß unbedarfte Menschen sich in den Einflußbereich des Gegenstandes begeben und ihn beispielsweise anfassen, wenn Sie nicht aufpassen. Die Werkzeuge des Schamanen oder Magiers werden nicht umsonst vom profanen Zugriff ferngehalten. Dadurch wird eine energetische Verunreinigung durch Dritte verhindert, oder eine Entladung, je nach Gegenstand und Zweck. Wenn Sie also den einen oder anderen Gegenstand von der Geisterwelt erhälten oder ihn sich anfertigen, um mit ihm zu schamanisieren, sollte Ihnen bewußt sein, wie Sie mit ihm verfahren.

    Gibt es einen Ort, wo Sie ihn aufbewahren können, der dem Gegenstand und dem magischen Zweck entspricht? Darf er von anderen Menschen berührt werden? Dazu folgender Rat: Fragen Sie ihre Geister oder den Geist des Gegenstandes, wenn darüber keine Klarheit besteht. Es ist bei fast allen Werkzeugen besser, sie nicht berühren zu lassen und auch ein wachsames Auge darauf zu haben, wenn Sie sie auf großen Treffen mitführen. Unbedarftes Anfassen kann die Mühe von Monaten in einer Sekunde zunichte machen. Vielleicht genügt eine bloße Reinigung, aber es ist ziemlich unpraktisch, dies dann zu erkennen, wenn Sie den Gegenstand gerade anwenden und Sie sich wundern, warum er nur schwer oder gar nicht funktioniert. Selbst bei stark aufgeladenen oder aktiven Gegenständen hinterläßt diese Berührung eine Verunreinigung. Die ist zwar weitaus schwächer und leichter zu entfernen, sie stört kaum die Funktion, aber sie wirkt irritierend. Je nachdem, wie Sie orientiert sind, spüren, sehen oder riechen Sie diese Verunreinigung sehr schnell. Auch wie Sie sich langsam auflöst wird Ihnen auffallen. Schwache Gegenstände können durch eine Berührung komplett zerstört werden. Es gibt spezielle Ladungsformen, die diverse Besonderheiten erfordern. Manche Fetische dürfen nur in der Nacht, zu bestimmten Uhrzeiten oder von bestimmten Personen überhaupt berührt werden. Ähnlich wie die Programmierung eines Gegenstandes ist dessen Ladung meistens ähnlichen Bedingungen unterworfen.

    Je mehr Sie selbst an der Herstellung eines Werkzeugs beteiligt sind, umso besser. Denn dann ist ihre eigene Energie bereits stark in den Fetisch mit eingebunden und der Gegenstand besitzt ihre eigene unverwechselbare Note. Das darauf folgende Laden und Weihen ist dann viel einfacher und kraftvoller zu bewerkstelligen als bei gekauften oder geerbten Gegenständen. Bardon nennt die Energie, mit der ein Gegenstand geladen wird, Biomagnetismus. Solange die Ladung nicht mit räumlicher und zeitlicher Terminierung versehen wird, ist sie nicht stabil und kann unerwarteter Weise zu existieren aufhören. Diese Form der Bestimmung wird auch Bannung genannt. Die Energie sollte in einen zeitlichen (ab jetzt und für immer, für 100 Jahre, für ein Jahr und einen Tag usw.) und einen räumlichen Rahmen gebannt werden, sonst unterliegen beide Faktoren dem Zufall.

    Bei schamanischen Gegenständen ist dieser Rahmen eher impliziert, flexibel und bei Anweisungen von Geistern an uns nicht unbedingt mit beinhaltet. Schamanische Gegenstände besitzen ein gewisses Eigenleben. Wer den Gegenstand anwenden und berühren darf, sollte auch geregelt sein. Das kann durch einen Anwendungsrahmen geschehen (Den Ring darf nur A anwenden), nichtautorisierte Personen werden bei Benutzung eines solchermaßen eingestellten Gegenstandes dann nichts spüren. Für den schamanischen Alltag zeigen uns die magischen Gebräuche, daß es unter Umständen sinnvoll ist, solche Rahmen mit den Geistern abzuklären.

    Geladene Gegenstände besitzen ein Eigenleben, einen Geist. Beobachten sie ihre Trommel im Laufe der Zeit. Sie teilt ihnen definitiv über Gefühle oder Bilder mit, wann sie sich gebrauchen lassen will. Spätestens beim Ritual der "Tanzenden Trommel" werden Sie erkennen, daß das Wesen einer Trommel durchaus spürbar werden kann. Es hängt natürlich auch vom Wesen des Gegenstandes ab, ob er von anderen Menschen berührt werden darf oder wo und wie der Gegenstand aufbewahrt werden soll. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, Hinweise zu geben, wie allerlei magisches Utensil aufzubewahren ist, es gibt zuviel verschiedene davon. Generell sollten diese Werkzeuge nicht herumliegen, sondern an einem besonderen Ort aufbewahrt werden, der dafür extra eingerichtet wird. Als Staubfänger sind solche Werkzeuge viel zu schade, wenigstens mit einem Tuch bedecken oder einwickeln, sollte also beim Nichtgebrauch drin sein. Sie müssen ja nicht gleich einen Kult daraus machen - ich habe schon Schuhkartons oder Einkaufstüten erlebt, die diesen Zweck erfüllen. Schamanische Gegenstände sind viel häufiger Wohnstatt eines Geistes, als es bei magischen Gegenständen der Fall ist. Das liegt an der Herstellung und dem Gebrauch der Gegenstände in beiden Strömungen. Ein entsprechend respektvoller Umgang in allen Fällen versteht sich eigentlich von selbst. Magisch belebte Gegenstände besitzen eine Ruhestrahlung zwischen 7000 und 10000 Bovis-Einheiten. Im aktivierten Zustand kann dieser Wert ein Vielfaches betragen oder die eigene Strahlungskraft verstärken. Zum Vergleich: Ein Mensch im Westen hat eine durchschnittliche Vitalkraft von 7000 bis 8000 BE.

    Im schamanischen Kontext werden Ihnen immer wieder von der Natur und deren Geistern Geschenke gemacht. Diesen Geschenken sollte der gebührende Respekt entgegengebracht werden. Die Feder, das Fell, der Stein, oder was auch immer, sind bereits geladen oder beseelt, und es ist notwendig, durch die schamanische Reise den Geist des Gegenstandes anzureisen, um ihn zu fragen, ob man ihn behalten darf oder was man mit ihm anstellen soll. Das gilt auch bei den diversen Einzelteilen beim Trommel-, Rassel oder Fächerbau. Auch bei ganz offensichtlichen Geschenken der Natur macht diese Vorgehensweise Sinn, um die Fertigkeiten und Eigenheiten des Geschenkes zu erfahren. Gerade bei Krallen, Klauen und Fellen muß der Tiergeist kontaktiert werden, da ein Lebewesen dafür hat sterben müssen. Eine Ladung oder Weihung ist bei solchen Dingen selten notwendig. Es wohnt bereits ein Geist darin! Eine Anmerkung dazu: In diversen Läden gibt es allerlei schamanisches Werkzeug zu kaufen. Die Esoterikwelle brachte es mit sich, daß Kristalle, Federn, Felle und andere Dinge einen reißenden Absatz finden. Dadurch bedingt ist ein weiterer Raubbau an der Natur. Viele Dinge in solchen Läden, gerade Edel-, Halbedelsteine und Kristalle, wurden der Natur entrissen, ohne den Geistern den gebührenden Respekt zu erweisen. Daher ist es besser, wenn die Natur auf Sie zugeht und ihnen ein Geschenk macht, als wenn Sie sich alles für Geld kaufen, was es gibt. Wenn Sie dennoch keinen anderen Weg sehen, bereisen Sie den so erworbenen Gegenstand und versuchen Sie, ihn zu heilen. Das kann auch bedeuten, daß Sie ihn der Natur zurückgeben müssen, auch wenn das einen schmerzlichen Verlust bedeuten kann.

    Die einfachste Form der Ladung geschieht durch die Kraft der Imagination. Sie nehmen den zu ladenden Gegenstand in eine Hand und halten die andere darüber. Dann imaginieren Sie, wie Energie aus der Handfläche in den Gegenstand einfließt. Ein vorheriges Anfragen, wie lange das durchgeführt werden soll, eine imaginierte Meßskala oder das Pendel geben Ihnen den zeitlichen und energetischen Rahmen dieser Imaginationsladung. Soll der Gegenstand nicht nur geladen, sondern mit einem Geist oder einer künstlich erschaffenen Wesenheit - einem Psychogon - beseelt werden, dann ist es notwendig, den Gegenstand zunächst zu beerdigen, um den bisherigen Weg des Dinges zu beenden. Nach dem Ausgraben führen Sie eine Taufe durch, bei der die Ladung und Imprägnierung mit dem Geist stattfindet. Sie können diese Riten beliebig ausschmücken. Es geht darum, sich selbst von der Kraft der Vorstellung zu überzeugen. Manche Menschen benötigen dazu umständliche Rituale, andere gebrauchen das sogenannte aktive Pendeln dazu, und wieder anderen reicht es, die Imagination an sich durchzuführen. Deswegen werde ich an dieser Stelle keinerlei Ritualvorschriften geben.

    Einen geweihten, geladenen oder belebten Gegenstand zu zerstören, kann auf mehreren Wegen erreicht werden. Bei einfachen Gegenständen reicht es unter Umständen bereits, eine entladende Handlung durchzuführen, analog zur Ladung. Eine anschließende Reinigung durch die Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde ist jedenfalls ein guter Tip. Der Gegenstand wird im Wasser gereinigt, durch eine Flamme gezogen, mit Salbei geräuchert und beerdigt. Anschließend ist der Gegenstand entladen und neutral. Wie dabei vorgegangen wird, hängt ganz vom eigenen Geschmack und der persönlichen Erfahrung ab.

    Manche Gegenstände können nur durch ihre permanente Vernichtung entladen werden, indem sie verbrannt, eingeschmolzen oder aufgelöst werden. Mit allen diesen Handlungen muß unbedingt die Intention der Entladung verknüpft werden, ihr Wille muß also kontrolliert und auf das Ziel ausgerichtet sein. Sonst kann es geschehen, daß die Handlung bloßer Selbstzweck ist und keinerlei entladende Effekte beobachtet werden können. Es ist bei belebten Gegenständen schlau, eine kausale oder temporale Determinierung festzulegen, wie ich es bereits beschrieben habe. Das macht den Entladungsprozeß einfach.

    In den "Lebensbriefen für angewandte okkulte Lebenskunst" wurden auch symbollogische Wege der Ladung und Zerstörung von Energiefeldern gezeigt, auf diese gehe ich aber an dieser Stelle nicht ein. Ein Symbol, das für Ladung und Entladung gleichermaßen gebraucht werden kann und weit weniger gefährlich ist, ist die Chaossphäre, die aus der chaosmagischen Strömung stammt. Bei Dingen aus der Natur ist es am besten, diese dem natürlichen Kreislauf in einem angemessenen Ritual zurückzugeben. Ich selbst führe etwa einmal im Jahr ein "Give-Away" durch, bei dem ich all jene Dinge der Natur zurückgebe, deren Zweck erfüllt oder deren Zeit bei mir abgelaufen ist.


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